Fachkongress
Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale), 30. Oktober - 31. Oktober 2009
Als der Tonfilm die Kinos eroberte, erschütterte dies die Filmwelt zutiefst: Ungezählte MusikerInnen in den Filmtheatern verloren von einem Tag auf den anderen ihre Arbeitsstelle, die Filmproduktion wurde auf den Kopf gestellt, vermeintliche Selbstverständlichkeiten der Filmästhetik wurden in Frage gestellt. In Deutschland profitierte vor allem der Schlager- und Revuefilm von der neuen Technik. „Die Drei von der Tankstelle“ oder „Der Kongress tanzt“ spielten mit den Errungenschaften des Tons und ließen ihre Protagonisten mit spritzigen Musiknummern in Erscheinung treten. Der Filmschlager löste den Bühnenschlager ab – beispielhaft „Ein Freund, ein guter Freund“. Und auch der noch unbekannten Marlene Dietrich öffnete der Ton den Weg zum Ruhm – ihr Gesang als verführerische „Lola Lola“ brachte offenbar nicht nur den Hormonspiegel von „Prof. Rath“ in Wallung.
Film und Musik folgten einem zeitweilig politisch getrennten, nie aber langweiligen Pfad – sei es als Filmmusik, sei es im Musikfilm. In abwechslungsreichen Vorträgen werden besondere markante Aspekte dieser Entwicklung nachgezeichnet. Mit Klaus Doldinger und Günther Fischer sind auch zwei Komponisten in Halle (Saale) mit dabei, die über Jahrzehnte die deutsche Filmmusik in Ost und West mit geprägt haben bis in die Gegenwart. So darf mit einer spannenden Exkursion durch 80 Jahre Kulturgeschichte gerechnet werden.
Gestaltet und geleitet wird dieser erste Kongresstag von Prof. Dr. Georg Maas, Professor für Musikpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und seit vielen Jahren als profunder Kenner der Symbiose von Musik und Film und als Autor zahlreicher Publikationen zum Thema bekannt.
In der aktuellen Diskussion zu Thema „Soundtrack“ spricht man international seit ca. 10 Jahren nicht mehr nur von Filmmusik.
Die Komplexität heutiger Film-Soundtracks, bestehend aus Sprache, Geräuschen, Atmosphären, Effekten und Musik umfasst heute Fragen des Storytellings in der akustischen Textur genauso, wie die Dimension der Gesamtkomposition eines solchen Soundtracks bestehend aus geräuschhaftem und harmonischem Klangmaterial.
Namhafte Praktiker und Theoretiker aus den Bereichen Filmmusik-Komposition, Sound-Design, Foley, Filmmischung, Montage referieren am zweiten Fachkongresstag zum Thema „Soundtrack“. In einer abschließenden Diskussion wird die Frage gestellt, ob ein Soundtrack aus einem Guß machbar und sinnvoll ist.
Gestaltet und geleitet wird der zweite Kongresstag von Prof. J. U. Lensing, Professor für Tongestaltung an der FH-Dortmund und seit vielen Jahren als profunder Kenner von Sound-Design und Musik für Film, praktisch als Komponist und Sound-Designer, sowie theoretisch als Autor des Buches „Sound-Design - Sound-Montage - Soundtrack-Komposition“ bekannt.
Download Flyer Filmmusiktage Sachsen-Anhalt 2009
Ort: Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale), Link zu Google Maps