Moderiertes Kurzfilmprogramm zum Thema „Audiovisuelle Kompositionen“
Samstag, 31. Oktober 2009, 20:30 Uhr
Moderation: Prof. J. U. Lensing
Vorgestellte Kurzfilme:
Walter Ruttmann: Opus III (1924)
Am selbst konstruierten und patentierten Tricktisch entstanden die „Lichtspiele Opus I, II, III“ (1919-24), Ruttmanns erste bahnbrechende Versuche einer ‚Malerei mit Zeit‘. „Opus III“ wurde 3 Jahre nach seiner stummen Erstaufführung von Hanns Eisler musikalisch vertont.
Walter Ruttmann: Weekend (1930)
Den Tonfilm pur zur Tonaufnahme und zum Tonschnitt nutzend, sammelt und montiert Walter Ruttmann Tonaufnahmen eines Wochenendes in Berlin, vom Feierabend am Samstag bis zum neuen Wochenbeginn am Montagmorgen. Das gut elfminütige Stück changiert zwischen Erzählung und Klangbild. Ruttmann arbeitet mit einem erzählerischen und auch visuellen Ohr an einer Art fotografischer Hörkunst.
Oskar Fischinger: Studie Nr. 6 + 7 (1930/1931)
Beeinflußt insbesondere von Ruttmans „Opus“-Filmen begann Fischinger mit der Entwicklung abstrakter Animationen. Die Studien 6 + 7 sind die ersten Filme auf existierende Musik. „Studie 6“ folgt dem Rhythmus von Jacinto Guerreros „Los Verderones“, während „Studie 7“ Brahms „Ungarischer Tanz Nr. 5“ visualisiert.
John Smith: Blight (1994-96)
John Smith ist bildender Künstler und Filmemacher. „Blight“ entstand als Auftragsproduktion der BBC-Reihe „Sound on film“. Zusammen mit der Komponistin Jocelyn Pook entwickelt Smith mit „Blight“ eine audiovisuelle Komposition in der durch Montage und Vertonung eine eigene Kompositionsform mit dokumentarischem Material entsteht.
Quay Brothers: In Absentia (2000)
Ebenfalls in der BBC-Reihe „Sound on Film“ entstanden ist der Film „In Absentia“ der Quay Brothers. Hier wird Film und teilweise auch Animation wieder wie schon bei Fischinger auf Musik produziert, in diesem Fall die Komposition „Zwei Paare“ von Karl-Heinz Stockhausen.
Cengiz Sunter, Guido Rambeck, Max Kluger, Tina Porsche: Jetzt ist wichtig (2009)
Bewohner eines Altenheims in Oberhausen werden mit Kindern einer gegenüberliegenden Grundschule so montiert, dass sich ein Kreislauf der Generationen ergibt. Durch die Kontrapunktierung der Bilder von alten Menschen mit Aussagen der Kinder und umgekehrt entsteht eine mitfühlende experimentell-dokumentarische Komposition über Werden und Vergehen.